Freiheitskommitee-Pressekonferenz: Mittwoch, 26.Juni, um 18:00 Uhr im Centro Sociale

Wie die türkischen Behörden politische Aktivist*innen foltert und zu Aussagen zwingt.
Der politische Aktivist Cavit Yilmaz aus der Türkei, der unter Androhung von Folter, Ermordung und Vergewaltigung zu Geständnissen gezwungen wurde, wird erzählen:

-wie die Polizei Geständnisse vorfertigt, die anhand einer Unterschrift ganze Gerichtsverfahren beeinflussen, wie der Geheimdienst MIT Geständnisse erzwingt.
Wie der Geheimdienst MIT eigens hierfür eingerichtete Folterzentren mitten in der Hauptstadt Ankara betreibt, über die auch bereits Medien wie das ZDF berichtet haben.

-wie der MIT Geständnisse erzwingt, um unschuldige Menschen im Zusammenhang mit der Ermordung eines Staatsanwalts zu lebenslangen Haftstrafen verurteilen zu lassen.
-wie die Regierungspartei diese Geständnisse gezielt einsetzt, um die größte Oppositionspartei, die CHP, im Wahlkampf zu diskreditieren.

Sein Erscheinen hat auch der Bürgerschaftsabgeordnete der Linkspartei, Martin Dolzer zugesagt.

Wolfgang Lettow für Veranstalter*innen

0163-3382 504

Beigefügt Erklärung vom Freiheitskomitee/ Zentrum für Solidarität der Völker

AN DIE PRESSE UND DIE ÖFFENTLICHKEIT

CAVIT YILMAZ, DER DURCH DIE BEHÖRDEN IN DER TÜRKEI ZU FALSCHEN GESTÄNDNISSEN GEZWUNGEN WURDE, ERZÄHLT VON DEN METHODEN, DIE IHN ZU DEN GESTÄNDNISSEN ZWANGEN!

Wir laden alle Reporter, Journalisten und Demokraten dazu ein, an der Pressekonferenz teilzunehmen, die wir veranstalten werden. Bei dieser Pressekonferenz wird Cavit Yilmaz, Geflüchteter aus der Türkei, davon berichten, wie er unter Drohungen zu falschen Geständnissen über verschiedene Themen gezwungen wurde. Diese Geständnisse reichen von den vermeintlichen Hintermännern der Ermordung des Staatsanwalts Mehmet Selim Kiraz bis hin zu vermeintlichen Geldtransfers der größten Oppositionspartei in der Türkei, der CHP, an illegale Organisationen. Cavit Yilmaz wird berichten, wie er mit einer lebenslangen Haftstrafe, der Ermordung und Vergewaltigung seiner Ehefrau bedroht wurde. Cavit Yilmaz, der unter dem Druck der Polizei und des Geheimdienstes zusammenbrach und die vorgefertigten Geständnisse unterschrieb, trat an die Öffentlichkeit, nachdem er sich in Deutschland in Sicherheit vor den türkischen Behörden gebracht hatte. Er fürchtet weiterhin um sein Leben und das seiner schwangeren Ehefrau, da die beiden Themen, zu denen er Geständnisse abgab, die Ermordung des Staatsanwalt und die Geldtransfers der CHP, zwei bestimmende Themen in der krisengeschüttelten Türkei sind. Die politische Zukunft der Regierungspartei AKP könnte an der Veröffentlichung dieser Methoden hängen, weshalb sie ohne Zweifel für großen Wirbel in der Türkei sorgen werden. Umso wichtiger ist es daher, diese Themen direkt anzusprechen und sie auch und vor allem in Europa publik zu machen.

Cavit Yilmaz, der unter Androhung von Folter, Ermordung und Vergewaltigung zu Geständnissen gezwungen wurde, wird erzählen:

-wie die Polizei Geständnisse vorfertigt, die anhand einer Unterschrift ganze Gerichtsverfahren beeinflussen, wie der Geheimdienst MIT Geständnisse erzwingt.

Wie der Geheimdienst MIT eigens hierfür eingerichtete Folterzentren mitten in der Hauptstadt Ankara betreibt, über die auch bereits Medien wie das ZDF berichtet haben.

-wie der MIT Geständnisse erzwingt, um unschuldige Menschen im Zusammenhang mit der Ermordung eines Staatsanwalts zu lebenslangen Haftstrafen verurteilen zu lassen.

-wie die Regierungspartei diese Geständnisse gezielt einsetzt, um die größte Oppositionspartei, die CHP, im Wahlkampf zu diskreditieren.

Die AKP Regierung nutzt die Beschuldigung als "Putschist der Gülen Bewegung" oder den Terrorismusvorwurf gegen jegliche Form der Opposition, um seine eigene Regierungskrise zu überwinden.

GEHEIME ZEUGEN UND GESTÄNDNISSE WERDEN BENUTZT, UM ORDNER ANZULEGEN, DIE VOLL MIT ERFUNDENEN VORWÜRFEN SIND, UM MENSCHEN ZU LANGEN HAFTSTRAFEN ZU VERURTEILEN. IN DIESEM ZUSAMMENHANG WURDEN BEREITS HUNDERTE AUFGRUND SOLCHER ERZWUNGENER GESTÄNDNISSE INHAFTIERT, INS EXIL GETRIEBEN, GEFOLTERT ODER AUF TERRORLISTEN GESETZT.

-Die Anwälte der Anwaltskanzlei des Volkes, HHB, deren Anwälten in diesem Jahr der Tag des verfolgten Anwalts in Deutschland gewidmet wurde, wurden aufgrund dieser Geständnisse zu insgesamt 159 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt.

-mehr als 100 Jugendliche der Jugendföderation wurden aufgrund dieser Geständnisse inhaftiert und zu Haftstrafen zwischen 20 und 35 Jahren verurteilt.

-Hunderte wurden aufgrund dieser erzwungenen Aussagen auf Terrorlisten gestellt und werden seither per Kopfgeld gesucht. Auch 6 Künstler der Grup Yorum, einer linken Protestband aus der Türkei, wurden so auf die Liste gestellt und werden seither mit Kopfgeldern zwischen 300.000 und 3 Millionen Lira gesucht.

Wir rufen daher alle Pressearbeiter, Journalisten, Redakteure und alle demokratisch gesinnten Menschen zu unserer Pressekonferenz, bei welcher wir diese Themen behandeln werden. Es ist von größter Wichtigkeit, diese Themen an die Öffentlichkeit zu bringen, da sie die illegalen Praktiken des Justizsystems, des Sicherheitsapparats sowie anderer Behörden in der Türkei ans Tageslicht bringen werden.

Datum: Mittwoch, den 26.Juni 2019
Adresse: Centro Sociale, Sternstraße 2, 20357 Hamburg
Uhrzeit:18:00 Uhr

Freiheitskomitee/ Zentrum für Solidarität der Völker